Accius Systems: Datenrettung in der Cloud

Sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen produzieren immer größere Datenmengen. In diesem expandierenden Digitaluniversum steigt auch die Nachfrage nach Cloud-basiertem Speicherplatz rasant an. So vertraten in einer aktuellen Umfrage von GigaOM* insgesamt 71 % der Befragten die Ansicht, dass die Cloud im Jahr 2020 den Desktop überholt haben wird.

Sicherlich können die Nutzer von Cloud-basierten Storage-as-a-Service-Diensten von Spitzentechnologien profitieren, ohne an eine festgelegte IT-Infrastruktur gebunden zu sein. Todd Johnson, Vice President of Operations bei Kroll Ontrack gibt jedoch zu bedenken: „Cloud-Computing bietet zwar eine Speicheroptimierung ohne Bindung an eine dedizierte Infrastruktur, aber die Grundlage dieser Technologie bilden nach wie vor Hardwarekomponenten. Somit ist auch diese Speicherlösung nicht vor Datenverlust gefeit. Auch in der Cloud werden die Daten letztendlich auf physischen Servern konsolidiert und gespeichert, und somit kann auch hier etwas schief laufen, wie bei allen anderen Speichertechnologien auch.“

Einen der ersten Recovery-Einsätze im Cloud-Bereich führte Kroll Ontrack für die Accius Systems Corporation durch, einen Entwickler individueller Energie- und Handelssoftwarelösungen für globale Unternehmen. Für die Produktion einer neuen Unternehmensanwendung im Energiebereich nutzte Accius die Lösung Elastic Compute Cloud™ von Amazon (Amazon EC2) für das Hosting seiner Entwicklungs- und Versuchsumgebung sowie seines Data-Marts.

Schadensfall – Der Datenverlust von Accius

Nachdem der Entwicklungsserver von Accius plötzlich nicht mehr reagierte und auch nicht mehr neu gestartet werden konnte, begann man als Vorbereitung für die Inbetriebnahme eines neuen Entwicklungsservers mit der „Demontage“ des virtuellen Rechners. Ein Softwareentwickler von Accius trennte dabei gewaltsam eine virtuelle Speichereinheit vom nicht mehr reagierenden Server – was in etwas so ist, als würde man bei einem Datenträger mitten im Betrieb den Stecker ziehen.
Nach der Verbindung mit einem Windows-Host, meldete dieser, dass die Speichereinheit beschädigt ist. Laut dem technischen Support von Amazon bestand die einzige Möglichkeit der Datenwiederherstellung im Einsatz eines Wiederherstellungstools, bzw. in der Unterstützung durch ein entsprechend spezialisiertes Unternehmen. Daher wandte sich Accius an Kroll Ontrack, wo man sofort eine kostenfreie Beratung erhielt.

Douglas Moore, President von Accius, erinnert sich: „Zeit war ein absolut geschäftskritischer Faktor. Eine Nachbildung oder ein Nachbau der Entwicklungsumgebung hätte das Projekt um zwei oder drei Tage in die Länge gezogen – und diese Zeit hatten wir nicht. Auch die drei Tage Arbeit, die wir bereits in das Projekt investiert hatten, wären umsonst gewesen. Die oberste Priorität bestand darin, die Erwartungen unseres Kunden zu erfüllen.“

Kroll Ontrack eilt zur Hilfe

„Als ich bei Kroll Ontrack anrief, wurde ich sofort mit einem Techniker verbunden, der sich eine volle Stunde Zeit für mich nahm. Er machte sich ein genaues Bild von unserem Datenverlust, indem er nach der Art unserer Datenspeicherung, nach der verwendeten Technologie, den betroffenen Datentypen und dem Schadenshergang fragte“, berichtet Douglas weiter.
Accius wurde anschließend sofort mithilfe der unternehmenseigenen Technologie Remote Data Recovery™ (RDR®) mit Kroll Ontrack verbunden. Der RDR-Techniker konnte dann die defekte Cloud-Speichereinheit reparieren und die kritischen Daten wiederherstellen.

RDR ist eine patentierte Technologie, die aus drei Hauptkomponenten besteht:

  1. Communications Client – Accius stellte mit der speziell entwickelten RDR-Software QuickStart™ eine sichere Verbindung über Internet zu einem RDR-Server her.
  2. RDR Server – Nachdem Accius eine Verbindung zum RDR-Server hergestellt hatte, nahm sich ein RDR-Techniker bei Kroll Ontrack® der Sache an.
  3. RDR Workstation – Eine speziell entwickelte Anwendung ermöglichte dem RDR-Techniker die Ausführung von modernsten Wiederherstellungstools auf dem betroffenen Computersystem von Accius. Vor dem eigentlichen Wiederherstellungsprozess aktivierte der Techniker noch eine weitere unternehmenseigene Technologielösung, die alle am System möglicherweise vorgenommen Veränderungen protokolliert und entsprechende Präventivsicherungen durchführt. Dieses Vorgehen ermöglichte es dem Techniker, den Wiederherstellungsprozess „virtuell abzuschließen“, bevor die entsprechenden Änderungen am System vorgenommen werden. Sämtliche Änderungen hätten so auch wieder rückgängig gemacht oder verändert werden können, sodass eine bestmögliche Wiederherstellung gewährleistet war.

Cloud

    Ausblick in die Zukunft

    „Um sich gegen einen weiteren Datenverlust zu schützen, sucht Accius nun nach Verbesserungsmöglichkeiten seiner Cloud-basierten Entwicklungsprozesse. Dadurch will das Unternehmen den Veränderungen seiner IT-Infrastruktur, die sich aus der Nutzung Cloud-basierter Server ergeben haben, Rechnung tragen. Virtuelle Systeme müssen genauso sorgfältig behandelt werden wie SAN-Systeme oder physikalische Festplatten“, betont Logue.

    Der Datenverlust brachte für die Mitarbeiter von Accius auch einen Lerneffekt mit sich: Es wurde deutlich, dass auch Cloud-Computing-Ressourcen nicht vor realen Ausfällen gefeit sind. Auch die Cloud ist eine Struktur, bei der es im Falle eines menschlichen Fehlers zu massiven Datenverlusten kommen kann. Zum gleichen Ergebnis kam eine 2009 von Kroll Ontrack durchgeführte Studie, die ergab, dass 65 % aller Datenverluste in virtuellen Umgebungen durch menschliche Fehler verursacht werden.

    „Um Problemen vorzubeugen oder diese gegebenenfalls schneller lösen zu können, ist es sinnvoll, mit dem Cloud-Provider verschiedene Datenverlustszenarien genau durchzugehen, bevor Sie sich für ihn entscheiden“, rät Logue. „Accius ist nur eines von vielen Unternehmen, denen wir bereits bei einem Cloud-Datenverlust geholfen haben. Indem sich immer mehr Unternehmen für eine Speicherlösung in der Cloud entscheiden, wächst leider auch das Potential für Datenverluste“, gibt Logue zu bedenken.